Orthopädieschuhtechnikbequem SchuhSicherheitsschuhtechnik



Print This Page

Spreizfuß (kontrakt mit Hallux valgus u. Schwielenbildung)


Spreizfuß (kontrakt mit Hallux valgus u. Schwielenbildung)

Bedeutung:

Der normale Fuß wird in seinem Vorderteil am 1. und 5. Mittelfußköpfchen (Metatarsalköpfchen) belastet, während die anderen Mittelfußknochen auf dem Querschnitt betrachtet, einen nach fußrückenwärts (dorsal) konvexen Boden bilden. Hierdurch und auch noch durch die Fußwurzelknochen in Verbindung mit dem Bandapparat wird das Quergewölbe des normalen Fußes gebildet. Beim Spreizfuß nun verschwindet die Querwölbung des Vorfußes, und der 2. bis 4. Mittelfußknochen stellen sich je nach dem Schweregrad - wir unterscheiden deren 3 - in eine Ebene mit dem 1. und 5. Mittelfußknochen (Metatarsale) oder sogar darunter. Der Fuß wird also jetzt vorne nicht nur auf den druckgewohnten Stellen des 1. und 5. Metatarsalköpfchens belastet, sondern die druckungewohnten 2. bis 4. Mittelfußknochenköpfchen haben den Druck mit auszuhalten. Wir sehen also beim Spreizfuß die Verbreiterung des Vorfußes mit dem Verschwinden der Querwölbung und finden meist in der Gegend des 2. bis 4. Metatarsalköpfchens eine Vorwölbung mit Hornhaut, die druckschmerzhaft ist. Häufig bemerken wir aber auch nur die Senkung eines der mittleren Metatarsalknochen. Röntgenologisch stellen wir auf der seitlichen Aufnahme fest, daß die Mittelfußknochen, abgesehen von isolierten Senkungen, fast in einer Ebene liegen, während auf der Aufnahme von oben nach unten die Zwischenräume der Mittelfußknochen verbreitert sind. Die Patienten haben häufig heftige Schmerzen in der Gegend der gesenkten Mittelfußknochen beim Abrollen und Auftreten auf Unebenheiten. Durch diese Schmerzen ist der normale Abrollmechanismus des Fußes gestört und der Kranke bringt den Fuß instinktiv in leichte Supinationsstellung, er belastet also die Außenseite des Fußes, wodurch der Schuh nach außen verwrungen und dadurch schief wird.

 

Die Ursachen sind verschieden:

    1. Durch Uberlastung des Fußes a) durch langes Stehen und Gehen ohne Gewöhnung, (z. B. Bäckerlehrlinge, Kellnerlehrlinge nach der Schulzeit, wo sie dauernd sitzen mußten), b) durch schnelle Zunahme des Körpergewichtes (Fettsucht, Schwangerschaft usw.), c) durch bestimmte Berufe mit langem Stehen auf harten, glatten Böden (z. B. Köche, Verkäufer, Ärzte), d) durch Tragen und Heben schwerer Lasten. Diese unter 1 a - d aufgeführten Uberlastungen des Fußes kommen für sämtliche Arten der Fußsenkung als Ursache in Frage.
    2. Durch Modetorheiten; der Spreizfuß ist bei Frauen viel häufiger als bei Männern durch die unnatürliche Steilstellung des Fußes in Schuhen mit hohem Absatz. Durch die spitze Kappe dieses Schuhwerks sind andererseits die vielfach bei Spreizfuß vorhandenen Zehenmißbildungen erklärt.
    3. Durch Verletzungen; hierzu kann man auch die sog. Marschfraktur zählen. Bei ihr kommt es infolge längerer Zeit bestehender Uberlastung des Fußes zu einem Einsinken und damit häufig zu einem Bruch (Fraktur) oder nur zu einem Einbruch (Infraktion) eines, selten mehrerer Mittelfußknochen. Der Name stammt daher, daß die Marschfraktur vor allem beim Militär nach längeren Märschen bei ungeübten Soldaten beobachtet wurde.
    4. Durch angeborene Veranlagung.
    5. Durch eine später auftretende Schwäche des Bandapparates.
    6. Durch Lähmung.
7. Durch Knochenerkrankungen.


   
Akutversorgung
 
Verordnungsmöglichkeit
  Bandagen: Mittelfußbandage
mit Pelotte elastisch
(05.01.01.0001-0999),
Mittelfußbandage
mit Pelotte
(05.01.01.2000-2999).
   
Definitiv-
versorgung
 
 
Verordnungsmöglichkeit
  Fußeinlagen: Bettungseinlagen
(08.03.02.0001-1999),
nach Formabdruck
(08.99.99.0009-0010),
Weichpolstereinlagen
(08.03.02.1000-1999),
nach Formabdruck
(08.99.99.0009-0010).
 
Zusätze:
 
Weichbettung
Vorfußbereich
(08.99.99.0005).
 
Weitere notwendige
Zusätze bei
Mehrfachindikationen
(08.99.99.0001-0010).
  Orthopädische
Schuhzurichtungen:
 
Schmetterlingsrolle mit
zusätzlicher
Weichbettung der
Mittelfuß-
köpfchen
(31.03.04.2003).
  Orthopädische
Maßschuhe:
 
Orthop. Maßschuhe
(31.03.01.0001-4999),
Schmetterlingsrolle mit
zusätzlicher
Weichbettung der
Mittelfuß-
köpfchen
(31.03.02.0005),
Fußbettung für stark deformierten Fuß
(31.03.02.7000), oder
Vorfußpolsterung
(31.03.02.7001).
 
Bei Erstversorgung ist eine Zusatzverordnung erforderlich:
Leisten für orthop. Schuh
(31.03.06.0001).
  Orthesen: Korrekturorthese/
Druckschutz-
entlastungsorthese
aus Silikon
(23. ...) oder
(23. ...),
Hallux valgus
Nachtbandage
(23. ...).